Sanddorn – die Pflanze mit der Superfrucht

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Sanddorn - die Pflanze mit der Superfrucht

Sanddorn ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Gewächs. Nicht nur, weil die Sanddorn-Beeren viele Inhaltsstoffe aufweisen. Auch, weil die Pflanze selbst ungewöhnliche Eigenschaften hat und eine faszinierende Geschichte erzählt. Sanddorn gilt heute zudem wie Granatapfel, Cranberry, Goji oder Acai als eine der Superfrüchte.

Der lateinische Name des Sanddorns lautet Hippophae rhamnoides. Sanddorn wird auch als Weidendorn, Fasanenbeere, Rote Schlehe, Sandbeere, Dünen-, Au-, Haff- oder Seedorn bezeichnet. „Hippophae“ bedeutet in etwa leuchtendes Pferd (hippos: Pferd /phaes: leuchtend) und „rhamnoides“ nimmt Bezug auf die Dornen des Sanddorns (rhamnus: Dorn). Verschiedene Autoren gehen davon aus, dass sich der Name auf ein glänzendes Fell bei Pferden bezieht, die Sanddorn fraßen. Wobei das ansehnliche Fell als Zeichen guter Gesundheit gewertet worden sein soll. Doch es gibt auch andere Interpretationen der botanischen Bezeichnung: So sollen Sanddorn-Sträucher beispielsweise in der Antike als Einzäunung von Pferdekoppeln gedient haben.

Sanddorn: die Inhaltsstoffe

Sanddorn enthält mehr Vitamin C als beispielsweise Zitronen. Eine Tatsache, die dem Sanddorn den Namen „Zitrone des Nordens“ eingebracht hat. Auch das Provitamin A sowie die Vitamine E, F und P sind im Sanddorn enthalten. Hinzu kommen u. a. Mineralstoffe und Flavonoide. Auch Sanddornöle weisen besondere Eigenschaften auf: Sie enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren und werden unter anderem in Hautpflege- und Kosmetikprodukten verwendet.

Der weite Weg des Sanddorns: von Tibet nach Europa

Denn seine Heimat hatte der Sanddorn zunächst in Asien, unter anderem in Tibet, Nepal und dem weiteren Himalaja-Gebirge. Von dort aus verbreitete sich die Nutz- und Heilpflanze vor allem Richtung Westen bis nach Europa. Bereits Mönche des Mittelalters und Hildegard von Bingen sollen die Vorzüge des Sanddorns geschätzt haben. Lenin soll in der ehemaligen Sowjetunion die Zucht und den Anbau des Sanddorns wegen seiner Inhaltsstoffe gefördert haben. Heute ist China vor Russland der größte Sanddorn-Produzent der Welt. Da Sanddorn auch in sehr großen Höhen und auf wenig fruchtbaren Böden gedeiht, wurde und wird er auch eingesetzt, um Bodenerosionen entgegen zu wirken oder Landschaften zu renaturieren.

Vom Bio-Sanddornsaft bis zum Sanddorn-Chutney

In Deutschland und Europa erlebte Sanddorn während und nach dem 2. Weltkrieg eine kurze Blüte, als vitaminreiche Kost Mangelware war. Dass das große Potenzial des Sanddorns in Deutschland erkannt und genutzt wurde, ist aber vor allem der DDR zu verdanken. Hier wurde Sanddorn nicht nur als Vitaminspender erkannt, sondern ebenfalls zur Rekultivierung – etwa der Abraumhalden des Tagebaus – eingesetzt. Nach der Wende brach die Sanddorn-Produktion in Ostdeutschland allerdings fast gänzlich zusammen. Unternehmerinnen wie Christine Berger belebten nach der Wiedervereinigung die Produktion wieder. Heute sind Sanddorn-Produkte in ganz Deutschland bekannt und geschätzt. Das Angebot reicht von Bio-Sanddornsaft über Sanddornfruchtfleisch- bzw. Sanddornkernöl und Sanddornkosmetik bis zu Delikatessen wie Sanddorn-Marmelade und Sanddorn-Chutney.

Die Erfolgsgeschichte der Self-Made-Unternehmerin Christine Berger und Informationen über ihr Engagement für den Sanddorn finden Sie hier.

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